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Fr, 21. Mai 2010

Mardow vor dem virtuellen Mikrofon
StarCraft 2

Zum Release unseres Starcraft2-Teams möchten wir Euch den ersten Spieler vorstellen. Den Auftakt macht Sebastian "Mardow" . Sebastian spricht über seine bisherige eSports-Karriere, über die Zukunftschancen von Starcraft2 und sein neues Team.

 

Könntest Du Dich für alle vorstellten, die Deinen Namen eventuell noch nicht gehört haben?

 

Mardow: Hi, ich bin Sebastion aka Mardow, 16 Jahre alt, komme aus Schleswig-Holstein und spiele seit gut 1 1/2 Jahren SC:BW und SC2.

 

Warum spielst du gerade Zerg und keine der anderen Rassen?

 

Sebastian: Am Anfang von Starcraft:BW habe ich mich sofort für Zerg entschieden ohne die anderen Rassen überhaupt ausprobiert zu haben. Zerg machte auf mich einfach einen coolen und interessanten Eindruck. Da ich während meiner gesamten SC:BW-Phase nur Zerg gespielt habe, habe ich mehr und mehr das richtige Feeling für die Rasse bekommen. Auch die Timings und andere Spielgewohnheiten haben sich eingeprägt. Aufgrund des guten Spielgefühls,bin ich also bei Zerg geblieben - auch in Starcraft 2. Außerdem liegt mir der Spielstil der Zergeinheiten, da sie eine sehr macroorientierte Rasse sind und mein Macro eigentlich meine Stärke ist.

 

Wenn man die News auf einschlägigen Szeneseiten anschaut, dann stolpert man häufiger über deinen Namen. Du warst unter anderem bei dem "Go4SC2-Cup" weit vorne mit dabei, bist im im instarcraft.de-KoTH gegen Socke angetreten und bist Teil des Team Deutschland B-Lineups. Was kommt als nächstes?

 

Sebastian: Natürlich versuche ich weiterhin, bei dem ein oder anderen Go4SC2 Cup oder Zotac Cup gut abzuschneiden. Des Weiteren ist mein Ziel, aus dem B-Lineup des Nationalteams in das A-Lineup aufzusteigen - was eigentlich machbar sein müsste. Sollte es außerdem eine EPS für Starcraft2 geben, was meiner Meinung nach sehr wahrscheinlich ist, dann werde ich dort natürlich mein Glück versuchen. Insgesamt werde ich aber probieren in so vielen Turnieren wie möglich oben mitzumischen. 

 

Momentan gibt es ein breites Angebot an Ligen und Turnieren für die Beta. Immer mehr Clans formieren sich neu. Wie siehst du die Chancen von Team ALTERNATE, im Vergleich zu Spitzenclans wie mousesports, oder mTw?


wichtiges Gruppenphoto

Sebastian: Ich denke die Chancen stehen ziemlich gut. National gesehen wird ALTERNATE mit dem deutschen SC2-Squad eines der besten Teams sein, da der Squad aus wirklich guten deutschen Spielern besteht. Aber auch international gesehen werden wir gute Chancen haben. Klar hat beispielsweise mousesports ein Top-Lineup mit Leuten wie White-Ra oder HayprO, aber ich glaube, wir können da mithalten. Ich weiss nicht wie es mit mTw aussieht. Die haben zwar im Prinzip auch ein echt starkes Team, nur leider habe ich noch nicht so viel von den Jungs gehört. Viele von denen scheinen meiner Meinung nach nicht richtig aktiv zu spielen. Nichtsdestotrotz denke ich, dass auch mTw ein starker Konkurrenten werden wird, da sie RTS-Talente wie InfernaL oder HoRRoR im Team haben. Insgesamt denke ich aber, dass wir richtig gute Chancen in Ligen und Turnieren haben werden und bin zuversichtlich, dass wir viel erreichen können.

 

Betrachtet man Dein Alter, so gehörst du eindeutig zu der jüngeren Generation der Zocker. Fühlst Du Dich in dieser Position im Vergleich zu Urgesteinen der Szene, wie etwa Socke, im Nachteil, oder eher im Vorteil? Kannst du aus dieser Position von den Älteren etwas lernen, oder können sie Dir nichts mehr beibringen?


Sebastian: Ich fühle mich weder im Nachteil noch im Vorteil. Eventuell habe ich etwas mehr Zeit und mehr Motivation als die "älteren" Spieler, aber das war es dann auch. Und man kann eigentlich immer etwas lernen, egal wie alt man ist. Von jedem lerne ich eigentlich verschiedene Dinge: von Socke erhalte ich zum Beispiel neue Erkenntnisse über das ZvP Match-Up, mit DarkForce und BrainBug spreche ich mich über alle Zerg Match-Ups ab und von TaKe lerne ich einfach alles, aufgrund seiner großen RTS- und eSports-Erfahrung. Selbst von schlechteren Spielern kann man viel lernen, da diese einen auf unbekannte Fehler hinweisen, oder auf neue Ideen stoßen können. Aber egal wie alt oder jung, man lernt nie aus.

 

Wie ist die Atmosphäre bei Euch im Team?


Sebastian: Wir spielen zwar erst ein paar Wochen zusammen, dennoch ist die Atmosphäre schon sehr angenehm und freundlich. Wir helfen uns viel gegenseitig und absolvieren viele Trainingsspiele zusammen. Anschließend analysieren wir unsere Fehler. Man hilft sich natürlich auch, wenn man neue BOs oder ähnliches testen möchte. In Turnieren bekommt man viel Unterstützung von anderen, die einen dann motivieren. Obwohl wir also erst ein paar Wochen spielen, unterstützen wir uns also schon sehr viel und ich hoffe, dass wir das so weiterführen können.

 

Das ausgebildete "Theorycrafting", vor und nach dem Spiel, ist ein interessantes Gebiet für jeden RTS-Spieler. Momentan wird häufig von Starcraft1 Veteranen gemunkelt, dass Starcraft2 einen zu leichten Einstieg hätte und die guten Spieler könnten sich nicht deutlich von den "Normalsterblichen" abheben. Dem Spieler würde angeblich viel vom Spiel abgenommen werden. Du hast beide Spiele intensiv gespielt und gehörst in beiden zu den besten Deutschen. Kannst du diese These bekräftigen, oder hältst du sie für übertrieben?


Sebastian: Blizzard wollte das Spiel ja einsteigerfreundlich machen. Naja, SC2 ist noch so jung, dass sich die Besseren früher oder später herausheben werden. Abläufe wie Build-Orders sind noch nicht richtig gefunden und können noch optimiert werden. Auch der richtige Unitmix wurde noch nicht vollständig entschlüsselt, von manchen Micro-Tricks ganz abgesehen. Ich denke jedoch, dass sich einige Spieler von der Masse abheben werden. White-Ra spielt zum Beispiel wirklich über dem normalen Level.

 

Grasen wir doch weiter die Allgemeinplätze ab. Was findest du  besonders positiv an Starcraft2 und was würdest du auf jedenfall verbessert haben wollen?


Sebastian: Positiv an Starcraft2 ist, dass das Spiel immer noch ein Starcraft-Spiel ist. Es ist immer noch ein macro-orientiertes Spiel, in dem man jedoch immer wieder kreative Strategien entwickeln kann. Außerdem kann man seinen eigenen Spielstil entwickeln. Ob man nun aggressiv, sehr defensiv oder sehr kreativ spielen möchte, es bleibt einem selbst überlassen. Verbessern würde ich die Elemente des Muta-Micro. Das SC:BW-Muta-Micro vermisse ich doch schon sehr, da dieses einfach super viel Spaß gemacht hat. Außerdem müssen Sachen wie das Blocken der gegnerischen Units wieder eingeführt werden.

 

Als ich etwas über deine Karriere recherchiert habe, stieß ich auf ein interessantes Detail. Du bist innerhalb kürzester Zeit von einem absoluten Starcraft1-Newbie und Teilnehmer der instarcraft.de-Anfängerhilfe zu einem A- Zerg und Nationalspieler herangewachsen. Heute spielst du auch vorne mit. Du hast doch sicher ein paar gute Tipps, wie man als Anfänger einfacher ich das Spiel findet!


Sebastian: Ja, ich habe eine recht gute und rasche Entwicklung in SC:BW vollzogen. Jedoch war das nur mit Hilfe von Age of Empires 3-Mates, die das Spiel auch ein wenig spielten und meinem früheren Starcraft-Clan IPS möglich. Man braucht also, wenn man ein neues Spiel anfängt und darin gut werden möchte, andere Leute, die einem dabei helfen den richtigen Einstieg zu finden. So ist es leichter Grundlagen des jeweiligen Spiels zu erlernen und umzusetzen. Außerdem sollte man Guides lesen, um mehr über die eigene Rasse und deren Spielweise zu erfahren. Dazu sollten natürlich viele Replays geschaut werden. Nicht zu vergessen, dass man seine Niederlagen alleine oder mit Mates analysieren sollte, denn das hilft, meiner Meinung nach, am meisten.

 

Ich bedanke mich für das Interview und deine Zeit. Die letzten Worte gehören Dir!


Sebastian: Ich bedanke mich bei meinen AoE3-Mates, besonders beim SkWzZ Clan, für deren ständigen Support und Hilfe zu Anfang meiner SC:BW Phase. Weiterhin danke ich den IPS-Leuten, denn ohne die wäre ich nicht da, wo ich jetzt bin. Ich habe viel von ihnen gelernt und viele gute Erfahrungen sammeln können. Außerdem bedanke ich mich bei "TaKe", der es mir erst möglich gemacht hat, bei solch einem großartigen Team spielen zu dürfen. Zu guter Letzt grüße ich alle die mich kennen und unterstützen. Ich freue mich auf die Zeit im Team ALTERNATE!

 

Bildquelle: fragster.de

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